Ferienzeit – Crime time?

Sie sind wieder da – meine Verlagsmenschen. Na endlich! Und natürlich erzählen sie, was sie in den Ferien erlebt haben.
Der Übersetzer verbrachte die Zeit in seinem Haus in Südfrankreich und schaffte es sogar, ein neues Kunstmagazin zu gründen (www.facebook.com/ArtenSuisse). Und wie ich ihn kenne, liess er sich wieder einmal von seinem Labradorhund Watson auf dem Kopf herumtanzen. Grundsätzliches: Watson, der Verlag ist mein Revier –  und ich bin schneller als Du!
Einer der Lektoren reiste nach Griechenland – die Sonne, das blaue Meer, die weissen Kirchlein, die Aphrodite(s)…  Oh, Roy!
Die Praktikantin fand Italien toll – Venedig, Venedig, Venedig.
Und die Buchhalterin verliebte sich in Helsinki.
Aber das ist nichts dagegen, was der Verlegerin, die zu Hause auf dem Balkon geblieben war, um weiterzuarbeiten, am 3. August zustiess. Sie ist an einem Bahnhof nahe Zürich ohnmächtig geworden, hat sich das Kinn angeschlagen und nach dem sie wieder zu sich kam, ihren Mann angerufen, er solle sie holen. Inzwischen verständigte jemand die Polizei, da die Wunde ziemlich blutete. Zwei junge Kantonspolizeibeamten – eine Dame und ein Herr – erschienen und legten die Verlegerin umgehend in Handschellen, da sie sich weigerte, ins Krankenhaus eingeliefert zu werden: Sie wollte einfach nur auf ihren Mann warten, der unterwegs zu ihr war. Originalton der jungen Polizistin: „Jetzt reichts aber!“
Im Krankenhaus ketteten die zwei übertüchtigen Polizeibeamten die Verlegerin mehr als zwei Stunden lang an eine Liege an – sicherheitshalber noch mit einer dritten Handschelle; das fand besonders die Polizistin sehr wichtig, – bevor sie den Ehemann der Verlegerin überhaupt zu ihr liessen. Irgendwann einmal, gegen 21.30, durfte die Verlegerin schliesslich das Krankenhaus verlassen, nachdem sie die Gnade der zwei Kantonspolizeibeamten fand und sie ihr nach unzähligen Telefonaten – mit wem auch immer – die Handschellen abgenommen haben. Fazit: verletzte Handgelenke, blaue Flecken auf den Oberarmen. Übrigens: Untersucht wurde die Verlegerin nicht, da sie – wütend wie sie war –  verständlicherweise jegliche Behandlung verweigerte – was zu den Grundrechten einer mündigen Bürgerin gehört. Die Krankenhausherrschaften fanden es auch nicht notwendig, die Verlegerin eine Erklärung unterzeichnen zu lassen, dass sie das Krankenhaus auf eigene Verantwortung verlässt.
Nun  liegt die ganze Sache bei einer Anwaltskanzlei in Zürich, die eine Anzeige gegen die Kantonspolizei eingereicht hat.
Und was sagt die Verlegerin?
„Polizei, dein Freund und Helfer! Das Vorgehen der zwei jungen Beamten weckt ein unglaubliches Vertrauen dieser Institution gegenüber! Auf jeden Fall kann ich jetzt aus erster Hand berichten, wie sich Handschellen anfühlen.“
Und was sage ich? Ich setze mich auf die Knie der Verlegerin und schnurre: „Mach doch einen Roman daraus!“
„Gute Idee!“, sagt sie und beginnt noch am gleichen Abend zu schreiben.
Das Buch erscheint 2015 unter dem Titel »Am Ufer sitzen«.
Freut euch schon! Es wird wirklich spannend und lesenswert sein.

Jethro, der freie Verlagskater

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