Die Frage des Wollens?

Zürich liest ist hinter uns“, stellten meine Verlagsmenschen vor einigen Tagen zufrieden fest und unterhielten sich über die erfolgreichen Lesungen. Ich schnurrte begeistert dazu, denn das bedeutete, dass nach all diesem Stress die Verlegerin tatsächlich noch vor Mitternacht nach Hause kommen würde und es rechtzeitig etwas zu mampfen gäbe.

Also fleissig einen Lobgesang losschnurren: Wir waren super, die Lesungen sehr, sehr gut besucht (Es stimmt ja wirklich!), die Autoren und der Schauspieler Manuel Steccanella haben phantastisch gelesen, Rost und Gold als Leselokalität war einfach einmalig – hier schnurre ich ein grosses DANKESCHÖÖÖÖÖN im Namen meiner Verlagsmenschen an Roland Hüttner und Werner Müller. Und eine ganz, ganz grosse Entschuldigung an die Buchhandlung Bodmer für die Lesung, die man absagen musste, da das neue Buch von C.K. Miller von der Druckerei nicht rechtzeitig eingetroffen ist. Ein riesiges, geschnurrtes SORRY von allen meinen Verlagsmenschen!!!

Ein wenig schaler Nachgeschmack bleibt trotzdem. Warum? Eigentlich wegen einer sicher sehr gut gemeinten Dankeskarte vom Zürich liest-Büro. Da bedankten sich Frau Mayer, Frau von Salis und Herr Wieser bei allen Mitwirkenden. Und was macht die Verlegerin? Sie runzelt die Stirn.

Wenn die Verlegerin die Stirn runzelt, bedeutet es nichts Gutes. Es ist beinahe so schlimm, wie wenn sie drei Tassen schwarzen Kaffee herunterstürzt oder lärmende Heavy-Metal-CDs laufen lässt. Also, die Verlegerin liest die Karte, runzelt die Stirn und meint: „Das ist alles schön und gut, aber warum geht es nicht, dass im Programmheft auch Fotos von neuen, noch unbekannten Autoren veröffentlicht werden? Immer wieder wird behauptet, es gäbe keinen Platz. Aber wenn man nur ein wenig möchte, würde sich sicher Platz finden lassen. Vielleicht müsste man einmal darauf verzichten, die Fotos der sowieso bekannten Autoren zu veröffentlichen, die keine zusätzliche Werbung mehr brauchen.“

„Why not? This is the question!“, schnurre ich frei nach Shakespeare.

Die Verlegerin will anscheinend unbedingt eine Antwort haben und so setzt sie sich sofort an den Computer, bedankt sich beim Zürich liest-Büro artig für die Dankeskarte und stellt die Frage: „Warum ist es nicht möglich, im Programmheft den kleineren Verlagen und noch unbekannten Autoren mehr Plattform zu bieten und die Portraits der Autoren zu veröffentlichen?“

Die Mail wurde abgeschickt. Meine Verlagsmenschen warten auf eine Antwort.

Ich schnurre Ihnen demnächst das Ergebnis.

Jethro, der Verlagskater

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