Auf die nächsten fünfzehn Jahre!

Meine Verlagsmenschen sind ganz aus dem Häuschen. Nicht deswegen, weil sie bereits nach zwei Monaten alle guten Vorsätze für das Jahr 2015 fallen liessen – die Verlegerin trinkt weiterhin täglich beinahe zwei Liter Kaffee (am 1. Januar tönte es so: „Ab jetzt vor allem Grüntee! Der Kaffee wird radikal reduziert!“), der Lektor joggt noch immer nicht (am 1. Januar: „Egal, wie viele Manuskripte auf meinem Tisch liegen – mindestens dreimal in der Woche wird gejoggt!“), der Produktionsleiter raucht noch immer (am 1. Januar: „Ich entwöhne mir das Rauchen mit Hilfe der Hypnose! Mache gleich nächste Woche einen Termin mit dem Hypnotiseur ab!“), die Praktikantin hat den Yogakurs um einen Monat oder zwei oder auch drei verschoben und der Buchhalter wird sich sehr wahrscheinlich erst im nächsten Leben tatsächlich Gedanken darüber machen, selbst ein spannendes Buch zu schreiben. Nein, nicht wegen dieser nicht eingehaltenen guten Vorsätze sind  meine Verlagsmenschen so aufgeregt, sondern deswegen, weil der Verlag 15 Jahre alt wird. Ich glaube, meistens überrascht sind darüber meine Verlagsmenschen selbst.

Damals, 1999/2000, als das erste Buch des Verlages, der Russlandkrimi „Die 25. Stunde“, erschien, zerbrach sich keiner der Verlagsmenschen (es waren ja auch nur drei)* den Kopf darüber, wie es weitergehen soll.

Ohne einen Businessplan, aber voller Begeisterung standen sie da und freuten sich über die sechszehn sehr positiven Rezensionen, die die spannende Geschichte um den russischen Chefinspektor Nikita Andrejewitsch Morosow innerhalb von dreizehn Wochen erreicht hatte – in der NZZ, der WoZ, der Brigitte und einigen anderen Zeitungen und Magazinen. Meine Verlagsmenschen hatten nur eins vor: Weiter spannende Bücher zu machen, egal, was passiert. „Denn Bücher machen ist eine Sucht“, sagte die Verlegerin schon damals.

Und in den fünfzehn Jahren ist sehr viel passiert. Es folgten Höhen und Tiefen, durchgearbeitete Tage und Nächte, Wochenende und Feiertage, die keine waren, viele Messebesuche und aufregende Augenblicke, als ein neues Buch endlich erschien. Und natürlich die spannenden Begegnungen mit verschiedenen Menschen. Aus mancher anfänglich geschäftlichen Verbindung ist eine Freundschaft entstanden – so beispielsweise zu unserer Webmasterin Lisa Ladner oder zu unserem Graphiker Stephan Cuber. „Sie haben uns von Anfang an getragen“, sinniert die Verlegerin über der hundertsten Tasse Kaffee und ich muss ihr zustimmen: Mich haben sie auch schon ausgiebig gestreichelt.

Selbstverständlich darf man nicht all die Autoren vergessen, die dem Verlag ihr Vertrauen geschenkt haben. Im Namen meiner Verlagsmenschen danke ich ihnen, denn sie haben mit ihren Manuskripten dazu beigetragen, dass der KaMeRu Verlag weitere spannende Bücher herausgeben konnte. Ein grosses Dankeschön an Frau Suzanne Lüthi und ihr Team von der Buchhandlung Bodmer in Zürich, an Roland Hüttner und Werner Müller von „Rost und Gold“ und an Manuel Steccanella, die uns besonders tatkräftig unterstützt haben.

Kurz und bündig: Ein Dankeschön an alle, die uns in den letzten fünfzehn Jahren den Mut gaben, weiterzumachen. In diesem Sinne miaue ich: „Wir geben nicht auf, egal, wie kompliziert die Situation auf dem Buchmarkt sein wird!“

Jethro, der Verlagskater

*Der Name des Verlages setzt sich aus den drei Anfangssilben der Vornamen der Verlagsgründer – Katarina, Mechthild und Ruben – zusammen, deswegen KaMeRu. Gleichzeitig bedeutet „kameru“ im Sumerischen so viel wie „das schriftlich vervielfältigte Wort zu verbreiten“.  Und: „Die 25. Stunde“ erscheint noch dieses Jahr als Jubiläumsausgabe.

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Ein Gedanke zu „Auf die nächsten fünfzehn Jahre!

  1. Hallo Jethro
    Also lieber Jethro bringe ich ehrlich gesagt nicht aus meiner Hundeschnautze raus. Das geht einfach nicht. Sorry. Andererseits habe ich Respekt vor Dir. Du hast Dich gut gehalten. Machen wir doch einen grossen Bogen um uns, dann braucht sich auch keiner zu fürchten. Richte Deinen Verlagsmenschen gute Grüsse von uns aus, gerne stossen wir mit Ihnen auf Ihr Verlagsjubiläum an. Im 1. Stock unserer Buchhandlung haben wir Platz genug… gut, Du brauchst ja nicht unbedingt mitzukommen. Meinetwegen reicht eine Foto von Dir völlig.
    Bis auf weiteres…
    Frrrreundschaftliche Grüsse
    Trixi (Ladenhund)

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